
©REGIO Klostertal-Arlberg
Wie Jugendliche ihre Lebenswelt verstehen, hinterfragen und aktiv mitprägen
Wie hängen globale Entscheidungen mit unserem Alltag zusammen? Für die Jugendlichen der Mittelschule Klostertal wurde diese Frage im Februar 2026 konkret. Im Weltklimaspiel übernahmen sie Rollen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und merkten schnell: Entscheidungen sind nie einfach – aber sie haben immer Konsequenzen.
Was im Spiel beginnt, setzt sich in der Realität fort. Im Presseteam sprechen die Jugendlichen mit Menschen aus der Region – und bringen ihre eigenen Perspektiven ein. Dabei wird deutlich: Sie beobachten genau, hinterfragen kritisch und entwickeln eigene Ideen.
Vier Gespräche – vier Perspektiven
Landjugend Klostertal – regionale Wertschätzung: Im Gespräch mit der Landjugend Klostertal wird klar, dass Jugendliche den Wert regionaler Landwirtschaft erkennen – und ihre eigene Rolle darin sehen. Sie wissen: Wer einkauft, entscheidet mit. Herkunft, Qualität und Produktionsweise sind keine Nebensache. Gleichzeitig fällt auf, wie viel Wissen im Alltag fehlt. Für sie ist klar: Wenn man gute Entscheidungen treffen will, muss man verstehen, wie Dinge entstehen.
Elke Martin – Beteiligung durch Vertrauen: Beim Austausch mit Elke Martin (ehem. Jugendkoordinatorin im Montafon) richten sie den Blick auf ihren eigenen Alltag. Sie sprechen über fehlende Treffpunkte – aber nicht nur als Problem, sondern als Aufgabe. Sie überlegen, wie Räume genutzt, gestaltet und geöffnet werden können. Auch die Schule wird thematisiert: nicht als Ganzes infrage gestellt, sondern differenziert betrachtet. Der Druck ist spürbar, aber genauso der Wunsch, anders zu lernen. Es geht nicht darum, weniger zu wollen, sondern Dinge gemeinsam besser zu gestalten.“
TWIGA Sun Fruits GmbH – global denken:
Die Begegnung mit Markus Neyer von TWIGA Sun Fruits machte für die Jugendlichen deutlich, wie eng persönliches Engagement und globale Zusammenhänge miteinander verbunden sind. Offenheit, Mut und Freundlichkeit werden zu konkreten Erfahrungen, die im Miteinander und im Sinne der nachhaltigen Energie funktionieren. Sie erkennen: Man muss nicht perfekt vorbereitet sein, um etwas zu bewegen – man muss anfangen.
Antonio Della Rossa – Politik verstehen: Im Gespräch mit dem Nationalratsabgeordnetem Antonio Della Rossa zeigt sich, wie ernsthaft Jugendliche politische Prozesse durchdenken. Sie diskutieren, wägen ab und erkennen, dass Interessen oft widersprüchlich sind. Gleichzeitig wird ihnen bewusst, dass Politik nicht weit weg ist. Sie betrifft ihren Alltag direkt. Politik beginnt nicht erst im Parlament – sondern dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und sich einbringen.
Was bleibt
Aus allen Gesprächen zieht sich eine gemeinsame Haltung:
Junge Menschen sehen Zusammenhänge, sie stellen Fragen und sie denken weiter. Sie erwarten nicht, dass alles vorgegeben wird. Sie wollen verstehen, mitreden und mitgestalten. Dabei wird deutlich: Beteiligung entsteht nicht automatisch. Sie entsteht dort, wo Raum dafür ist – und wo Menschen bereit sind, einander zuzuhören.Oder, wie es sich durch viele Gespräche zieht:
Veränderung beginnt dort, wo man nicht mehr nur zuschaut, sondern mitdenkt und mitmacht.
Info: Das Weltklimaspiel und die begleitenden Gespräche sind Teil des Jugendbeteiligungsprozesses der REGIO Klostertal‑Arlberg. Begleitet wurde der Prozess von Carmen Feuchtner‑König und David Feuchtner (Welt der Kinder) und dem Team der REGIO Geschäftsstelle. Ein besonderer Dank gilt der Mittelschule Klostertal für die engagierte Zusammenarbeit.
Text: Johanna Leu, REGIO Klostertal-Arlberg

